Achterbahnen aus dem Bayerwald


Die Tauscher Transformatorenfabrik setzt auf Heimat - Spannende Sonderaufträge in der ganzen Welt


Tauscher Linearstatoren

Foto: Eva Müller, PNP


Damit kommen Achterbahnen aus der ganzen Welt in Schwung: Firmen-Chef Heinz-Herbert Berger (rechts) und Elektrotechnik-Meister Uwe Ilg präsentieren Ihre Linearmotoren.
Neureut. Brille und Kappe ablegen, Uhr abnehmen, Schuhe ausziehen. Herz-Kreislauf-Probleme, Höhenangst, schwache Nerven? Nein? Dann kann’s losgehen. Die Bügel schnappen zu, die Beine baumeln nach unten. Und schon beim nächsten Gedanken reisst es einen im 45-Grad Winkel hinauf, so rasend, so plötzlich, dass das Adrenalin im Blut bestimmt für die nächsten Jahre reicht. Heinz-Herbert Berger hat das erlebt. “Battlestar Galactica” heißt die Achterbahn in den Universal Studios auf Sentosa Island, Singapur, mit der er gefahren ist. “Man wird da drin so beschleunigt, dass man meint, es ginge Richtung Mond”, erzählt Berger und gesteht: “Ich würd” immer wieder damit fahren.”


Battlestar Galactica

Diese Achterbahn mit dem vielversprechenden Namen “Battlestar Galactica” mit Tauscher-Technik hat Berger schon selbst probiert


Dass die Menschen in der gigantischen Vergnügungsbahn ein solches Abenteuer erleben können, haben sie auch Bergers Firma Tauscher Transformatoren in Neureut zu verdanken. Denn dort werden die Linearmotoren gefertigt, welche die Bahn antreiben und so richtig auf Touren bringen. Mittlerweile finden sich die Linearmotoren aus dem Bayerwald in vielen namhaften Achterbahnen wieder. So auch im Disneyland in Kalifornien, im “Tower of Terror” in Australien oder in der “Ferrari Duelling Coaster” in Abu Dhabi, wo zwei Bahnen nebeneinander ein “Rennen” bestreiten.
Aber nicht nur im Vergnügungssektor ist Tauschers Technik zu finden: Auch wenn es um Menschenleben geht, hat die Firma Lösungen parat. Zum Beispiel beim Airbus A380 - wenn dort im Flug der Strom ausfällt, kommt die Notstromversorgung von Tauscher zum Einsatz. Oder in Sachen Gesundheit: Die Transformatoren in Operations-Roboter wie Nierenstein-Zertrümmerer stammen auch aus dem Hause Tauscher. Und sogar am Amazonas findet man die Technik aus dem Bayerwald: Hier arbeitet die Firma gerade an Energieübertragungslösungen für Forschungsstationen - diese müssen freilich den örtlichen Gegebenheiten wie Hitze, Nässe und Krabbeltieren gefeit sein.
Was Heinz-Herbert Berger nicht verwundert, ist die Tatsache, dass kaum einer die Firma kennt: “Wir machen keine Werbung in Niederbayern. Unsere Kunden sind alle ein bisschen weiter weg.” Um nicht zu sagen, sie sind auf dem ganzen Erdball verstreut. Erstaunlich, dass sich da eine recht kleine Firma mitten im Herzen des Bayerischen Waldes seit 1975 halten kann - nur 95 Mitarbeiter arbeiten an den Standorten Neureut, Aigenstadl und im tschechischen Blatna. Sonderaufträge, kleine Stückzahlen und niemals ein “Nein” - das sind wohl die Gründe, dass es doch klappt. “Wir haben uns getraut, was andere nicht getraut hätten”, sagt Berger nicht ganz ohne Stolz. Andere, das sind Firmen, die mindestens in die Ballungszentren, ja, meist nach Fernost abgewandert sind. Für Berger keine Alternative: “Uns ist die Heimat wichtig und man sieht, dass man auch sehr gut hier bleiben kann.”


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