Gießharz als Konstruktionswerkstoff


Transformatorenfabrik Tauscher arbeitet fleißig an neuen Entwicklungen
Freyunger Unternehmen will Gießharze auch als Konstruktionswerkstoff einsetzen - Bedingungen an Umweltverträglichkeit sind anspruchsvoller geworden. Norbert Peter


Mit Kompetenz und Qualität behauptet sich die Tauscher-Transformatorenfabrik in Freyung-Aigenstadl (Landkreis Freyung-Grafenau) auf dem weltweiten Markt. Aktuell wird an mehreren Entwicklungsprojekten gearbeitet. Eine davon ist die Beteiligung an der Forschung über “Einfluss innerer mechanischer Spannungen in Reaktionsformharzstoffen”, der Universität Hannover. Transformatoren sind, so Geschäftsführer Heinz Berger, für die elektrische Energieversorgung unersetzlich. Ohne Transformatoren herrscht in der Industrie Stillstand, alle Lichter bleiben dunkel und der Mensch wird wieder in das Mittelalter zurückversetzt. Die gesamte Industrie, sowie der Mensch ist von der Energieversorgung mittels Transformatoren abhängig. Transformatoren sind schon seit über 100 Jahren bekannt und werden weltweit zur Energieversorgung eingesetzt.
Der grundsätzliche Aufbau der Transformatoren aus Eisenkern, Wicklung und Isolierung hat sich seit dieser Zeit nicht geändert. Die unterschiedlichsten Anwendungen in der Energieübertragung von der Hochleistungsverteilung und -übertragung einerseits bis zum Endverbraucher in den elektrischen Geräten andererseits haben jedoch eine große Vielfalt von Typen und Konstruktionen hervorgebracht. Kein anderes Bauteil wird durch so viele verschiedene Anforderungen und Parameter bestimmt, wie der Transformator. Dies erfordert einen hohen Entwicklungsaufwand bei der Konstruktion und bei den Isolierstoffen. Nicht nur die Forderungen nach niedrigen Verlusten, geringem Gewicht, kleine Abmessungen und hoher Zuverlässigkeit sind laufend gewachsen, sondern auch die Bedingungen an umweltverträgliche Isolierstoffe sind anspruchsvoller geworden.
Auch die Forderungen an Resistenz gegen Umwelteinflüsse, wie Feuchtigkeit und Schmutz sind gestiegen, da Feuchtigkeit für jeden Transformator vorzeitige Alterung, Schwächung der Isolation und dann Ausfall mit sich bringt. Insbesondere bei Transformatoren, die im Außenbereich oder im rauen Industriebereich eingesetzt werden, sind diesen Bedingungen ausgesetzt. Diese Anforderungen sind nur durch verbesserte Werkstoffe zu erfüllen.
Um den Kunden neue, verbesserte Produkte anbieten zu können, wird an mehreren Entwicklungsprojekten gearbeitet. Eine davon ist die Beteiligung der Firma Tauscher an der Forschung über “Einfluss innerer mechanischer Spannungen in Reaktionsformharzstoffen” der Universität Hannover mit Professor Gockenbach. “Hier wird untersucht, wie umweltfreundliche Gießharze für größere Transformatoren nicht nur Isolationsaufgaben übernehmen können, sondern auch als Konstruktionswerkstoff verwendet werden können”, erklärt Heinz Berger. Das bedeutet, dass bei diesen Transformatoren das Gehäuse und die Isolation “aus einem Guss” gefertigt werden können. Die Firma Tauscher baut schon seit einigen Jahren Hochspannungstransformatoren und Verteilertransformatoren bis 250 Kilowatt und 1000 Kilogramm Gewicht, die ganz ohne Öl auskommen. Diese Transformatoren brauchen nicht gewartet werden, können in umweltsensiblen Bereichen wie Feuchtbiotopen aufgestellt werden, und haben einen kompakten gewichtssparenden Aufbau. Nun sollen diese Konstruktionen durch die Forschung weiter verbessert werden.
Rund 250 000 Transformatoren verschiedener Größen werden in Freyung-Aigenstadl jährlich produziert. 40 Mitarbeiter sind in Freyung beschäftigt, 50 im Zweigwerk in Tschechien. Der kleinste Transformator der Fertigung wiegt 0,7 g, der größte eine Tonne.
Kein Transformator verlässt das Werk, ohne nicht in der vollautomatischen Prüfanlage getestet worden zu sein. Alle Messdaten werden mit Datum und Uhrzeit festgehalten, diese dienen auch als Nachweis für die Kunden und den hohen Qualitätsstandard in der Transformatorenfabrik Tauscher.


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