Spezialanfertigung gegen die internat. Konkurrenz


Transformatorenfabrik Tauscher in Freyung besteht mit Spezialanfertigungen gegen die internationale Konkurrenz.
Pilotprojekt für Disney: Linear-Statoren für die schnellsten Achterbahnen der Welt.


Trafo-Wickler gibt es viele auf der Welt. Die Firma Tauscher in Freyung - Aigenstadl ist einer von ihnen, und nur mit viel Innovation gelingt es dem kleinen Unternehmen, gegen die große Konkurrenz zu bestehen.
Heinz-Herbert Berger, der die Geschäfte des 1976 von seinem Schwiegervater Leo Tauscher gegründeten Unternehmens leitet, weiß genau, dass er mit Massenkonsumware keine Chance hat. Trafos für Computer oder Fernseher werden in China oder Taiwan so billig hergestellt, dass sein 100 Mitarbeiter starkes Unternehmen keinen Fußbreit in die Tür bekäme. Da hilft sogar die Tatsache nichts, dass “nur” 40 Tauscher Mitarbeiter in Freyung, 60 dagegen seit vier Jahren in Tschechien beschäftigt sind. Dass die Firma Tauscher trotz der Billiglohn-Konkurrenz Transformatoren und Induktivbauteile für Kunden in der ganzen Welt produziert, liegt an der Bereitschaft, mit innovativen Lösungen auf ungewöhnliche Kundenwünsche zu reagieren. “Nur mit Spezialanfertigungen und mit neuen Entwicklungen kann sich die Firma Tauscher gegen internationale Konkurrenz in sich ständig verändernden Märkten behaupten”, sagt Heinz-Herbert Berger. So liefert Tauscher Spezialtrafos und Spannungswandler für Verkehrsampeln (Firma Bosch), Riesen Mikroskope (Zeiss-Jena) oder Solaranlagen. Ein wichtiges Standbein ist die Medizintechnik: Spulen für Herzschrittmacher stehen genauso auf der Produktpalette wie Stromversorgungen für Herz-Lungen Maschinen oder OP-Beleuchtungen, künstliche Nieren oder Endoskope. Kein Problem übrigens, wenn so ein Spezialtrafo nicht in herkömmliche DIN-Gehäuse passt. Dann lässt Tauscher eben mit viel Aufwand ein passendes Gehäuse entwickeln und patentieren - und tüftelt wenn’s sein muss sogar ein eigenes Vakuumvergussverfahren aus. Neueste - und für Tauscher zukunftsträchtigste - Spezialanfertigung ist der so genannte Linearmotorantrieb für rasende Kabinen auf neuartigen Achterbahnen. Dieser Antrieb funktioniert wie bei einer Magnetschwebebahn. Neuartig ist er also nicht - aber die Art, wie Tauscher ihn für die Amusement-Branche realisiert, hat die Beschleunigung revolutioniert. Tauscher hat es geschafft, in den Maßen eines Blumenkastens 170 PS unterzubringen. “Die hohe Energiedichte erfordert eine kompakte Bauweise und optimale Isolierung”, so Berger, der Kasten muss impulsartige Hochbelastungen von 1000 Ampere pro Sekunde verkraften. Das Resultat: Auf der schnellsten Achterbahn der Welt, dem “Free Fall Coaster” von Warner Bros. in Kalifornien, werden die Fahrgäste 41 Stockwerke hoch in die Schwerelosigkeit geschossen. Tauschers 320 Linearstatoren, die wie eine Schiene aneinandergereiht sind, beschleunigen die Kabine in nur sieben Sekunden von 0 auf 160 km/h. Die Antriebsleistung beträgt 3800 PS. Auch die “Kings Dominion” Bahn in Australien wurde bereits mit dieser Technik ausgestattet. Nun ist auch Disney auf Tauschers Linearmotoren aufmerksam geworden: Ende der Woche werden 111 Antriebsmodule für eine neue Pilotprojekt Achterbahn geliefert, die in Holland aufgebaut wird. Da wird die Jules Vernes Reise zum Mond umgesetzt - die durch ein “Kanonenrohr” auf die Reise geschossen. Heinz-Herbert Berger hofft, dass die Modell Achterbahn in Holland die Disney-Verantwortlichen überzeugt und Tauscher dann für eine ganze Reihe neuer Vergnügungsbahnen weltweit den Hochbeschleunigungsantrieb herstellen kann.


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